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Revolutionäre mRNA-Impfstoffe: Neue Hoffnung im Kampf gegen Krebs

Als Angela Anfang 2020 ihre erste Injektion im Lombardi Comprehensive Cancer Center erhielt, war Covid-19 noch Monate entfernt. Zu diesem Zeitpunkt waren mRNA-Impfstoffe kaum bekannt und wurden hauptsächlich in Laboren erforscht. Dennoch basierte der Impfstoff, den sie erhielt, auf derselben Technologie. Als Melanom-Patientin hatte Angela mehrere bösartige Muttermale entfernen lassen. Zusammen mit einem etablierten immunstimulierenden Medikament sollte das Duo die restlichen Krebszellen bekämpfen und die Rückfallchancen verringern.
Wissenschaftler haben lange nach Krebsimpfstoffen gesucht, die das Wachstum der lästigen Zellen verhindern. Ähnlich wie bei Impfstoffen gegen Viren sollen diese Impfstoffe das Immunsystem des Körpers trainieren, um die bösartigen Zellen zu erkennen, anzugreifen und zu eliminieren, bevor sie wachsen und sich ausbreiten können.
Trotz jahrzehntelanger Forschung in diesem Bereich ist der Traum von Krebsimpfstoffen größtenteils gescheitert. Einer der Gründe dafür ist, dass jeder Krebs bei jedem Menschen anders ist. Auch jedes Immunsystem ist unterschiedlich. Die Anpassung von Impfstoffen zur Neutralisierung von Krebszellen für jeden Patienten wäre nicht nur teuer, sondern manchmal aufgrund der langen Entwicklungszeit unmöglich – Zeit ist nicht auf der Seite von Krebspatienten.
Im Gegensatz dazu sind mRNA-Impfstoffe wesentlich schneller herzustellen. Nachdem Angelas bösartige Muttermale entfernt wurden, wurden sie auf spezifische krebsartige „Fingerabdrücke“ oder Neoantigene analysiert. Basierend auf diesen Proteinen entwickelten Wissenschaftler bei Moderna – bekannt für ihre Covid-19-Impfstoffe – einen maßgeschneiderten mRNA-Krebsimpfstoff, um ihr Immunsystem darauf zu trainieren, ihr eigenes Krebswachstum zu verhindern.
Angela nimmt an einer klinischen Studie teil, die von den Pharmaunternehmen Moderna und Merck geleitet wird, um zu sehen, ob bösartiger Hautkrebs bei den behandelten Patienten zurückkehrt. Im Vergleich zu einem Standard-Immuntherapeutikum allein reduzierte die Zugabe eines maßgeschneiderten mRNA-Impfstoffs die Rückfallchancen um etwa 50 Prozent und verlängerte die Lebensdauer.